Die Reise zu den Sternenkindern

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“Wie feiern eigentlich unsere Geschwister im Himmel das Weihnachtsfest? ” , fragte Elijas seine Mama.

“Sie sind nicht allein, dort sind ganz viele andere Sternenkinder und die großen Engel, die auf sie acht geben.” ,antworte sie.

Und so träumte Elijas eines nachts von der Weihnachtszeit, oben in den Wolken. Zuerst sah er seine große Schwester Lucia, wie sie im Wolkemeer lag und nach oben in die Sterne blickte. Sie sah so verträumt aus, dass Elijas sich gar nicht traute sie anzusprechen. Lucia trug ein weißes Kleid, ihre goldenen Haare lockten sich über ihre Schultern.

Er hatte noch nie etwas so schönes und gleichzeitig völlig vertrautes gesehen. Als er einen Schritt durch die weiße Wolkenmasse gehen wollte, spürte er plötzlich eine Berührung an seiner Hand. Es stand ein kleines Mädchen neben ihm, mit hellbraunen, schulterlangen Haaren und Augen, die ihm unendlich vertraut waren. Es waren seine Augen. Das kleine Mädchen lächelte ihn an und sagte:”Hallo Elijas, ich bin es Lana, kannst du dich noch an mich erinnern? ” Elijas traute seinen Ohren nicht, dieses kleine Mädchen mit glockenheller Stimme, sollte seine Schwester sein?

“Du warst doch ein Baby, als du fortgingst, du siehst so anders aus.” , entgegnete er verwirrt. ” Hier oben im Himmel können wir alles sein, was wir wollen! ” , antworte Lana.

Wie selbstverständlich nimmt sie ihren großen Bruder an die Hand und beide laufen gemeinsam in Richtung ihrer großen Schwester. Mit jedem Schritt hat Elijas das Gefühl, er läuft durch Watte, so weich sind die Wolken.

Plötzlich setzt Lucia sich auf und dreht sich in ihre Richtung. “Hallo Elijas, schön, dass du bei uns bist!” , tönt sie in seine Richtung. “Ich bin es, deine große Schwester Lucia und gleichzeitig dein Schutzengel”. Elijas kann es kaum glauben, denn obwohl er Lucia nie kennengelernt hatte, wusste er sehr wohl, wer sie war.

Lucia lächelt ihren jüngeren Bruder liebevoll an und sagt: ” Du kennst mich bereits, denn ich erscheine dir in deinen Träumen und auch in brenzligen Situationen erscheine ich dir für einen kurzen Augenblick um dich vor Gefahren zu bewahren.”

Elijas lächelt, ja er kannte sie, doch es war nicht nur ihre Gestalt, es war das Gefühl, was er hat, während sie spricht, dieses sanfte Leuchten, was von ihr ausgeht. “Warum bin ich hier?”, fragte Elijas.

Lana lacht:”Du wolltest wissen, wie wir Weihnachten feiern und die Weihnachtszeit erleben und weil du dir das so gewünscht hast, hat der liebe Gott es uns ermöglicht, dass du uns heute für eine Nacht besuchen kannst.”

Lucia schaut wieder nach oben in die Sterne und Elijas fragt sie: “Wartet ihr auf jemanden?” “Ohja, wir warten auf unseren kleinsten Bruder.” Elijas schaut sie mit großen Augen an: “Henry ist also auch hier?”

“Wir haben Henry bereits kennengelernt, er wird noch von unserer Uroma umsorgt, denn er ist noch sehr klein. Sie wollten gleich da sein.” Und tatsächlich erschien am Horizont eine Gestalt, mit großen Flügeln und kam rasch näher. Elijas erkannte in ihr seine Uroma, sie sieht jedoch viel gesünder und nicht so gebrechlich, wie in seiner Erinnerung aus.

“Na meine Kleinen, hattet ihr einen schönen Tag?” In ihrem Arm trägt sie ein Baby. “Hallo Elijas, es ist schon lange her, aber du erinnerst dich hoffentlich noch an deine alte Oma?”, fragte die Uroma. Elijas antwortete: “Ja natürlich erinnere ich mich an dich, ich freue mich sehr Henry kennenzulernen.”

“Ja Henry ist so kurz bei uns, dass er sich erst einmal zurecht finden muss, bis er weiß, wie er werden möchte. So braucht jeder seine Zeit.” , erzählte ihm die Oma.

Lucia hatte es sich mittlerweile wieder gemütlich in den kuscheligen Wolken gemacht und hielt den kleinen Henry nun in ihrem Arm. “Komm, wir setzen uns dazu.” , schlägt Lana vor und so setzen sich alle zu Lucia.

Elijas fällt zwischen den Wolken ein Fenster auf und fragt, was das ist. Lucia erklärt ihm: “Dies ist unser Tor zu eurer Welt. Hierdurch können wir sehen, wie es unserer Familie geht. Je mehr ihr an uns denkt, umso näher kommen wir euch. Jede Kerze, die ihr für uns anzündet, macht unsere Welt heller und bunter. Wenn wir sehen dass es euch schlecht geht, wenn Mama z.B weint, weil sie uns do arg vermisst, dann senden wir ihr ein Zeichen, an dem sie sieht, dass es uns gut geht.”

“Was sind das für Zeichen?”, fragte Elias. Nun antwortet Lana ihm:” Das ist sehr unterschiedlich, es kann ein Schmetterling sein, der euch über den Weg fliegt, ein Windhauch, der euch über die Haut streichelt oder ein Sonnenstrahl, der euch die Nase kitzelt.” “Und wie feiert ihr Weihnachten?”, fragt Elijas. “In der Weihnachtszeit ist es bei uns hell und bunt, es riecht überall nach Zuckerwatte und Lebkuchen. Wir backen leckere Plätzchen und färben damit den Himmel rosarot und am allerwichtigsten, wir sind euch ganz nah.

Am heiligen Abend freuen wir uns sehr mit euch, wie ihr als Familie beisammen seid, doch auch wir sind nicht einsam. Alle Engel und Sternenkinder feiern gemeinsam Weihnachten, wir spielen und tollen, wir schaukeln und fliegen und essen unsere leckeren Plätzchen. Doch unser größtes Geschenk ist es, unsere Familie glücklich zu sehen.”,erzählt Lucia. Elijas sieht sich um und tasächlich sieht er auf umliegenden Wolken viele spielende Sternenkinder in ihren weißen Gewändern. Alles scheinen völlig glücklich und unbeschwert zu sein.

“Ja oft genug spüren wir, wie Mama sich vor Sehnsucht nach uns verzerrt oder wie nachdenklich der Papa ist und wir vermissen euch alle wirklich sehr, aber irgendwann werden wir alle zusammen sein und bis dahin tragt uns fest in eurem Herzen, denn jeder Gedanke an uns und jede Kerze, die für uns leuchtet, macht unsere Welt heller und bunter.”, fügt Lana dazu.

Nun schaut die Uroma nach oben in die Sterne und sagt: “Bald wird es hell, es wird Zeit, dass du nach Hause reist, Elijas. Ich pass auf deine Geschwister auf, bis wir uns wiedersehen.”

Sie drückte Elijas , dann verabschiedeten sich Lana und Lucia:” Sag Mama, dass es uns gut geht und wir uns wiedersehen werden. Sag ihr, dass sie glücklich sein darf.”

Elijas umarmt seine Schwestern und streichelt seinen kleinen Bruder. Der Abschied fällt ihm gar nicht schwer, denn er weiß, er wird sie wiedersehen, irgendwann.

Er schließt seine Augen und als er sie wieder öffnet, liegt er in seinem Bett, in der Nase hat er den Geruch von frisch gebackenen Plätzchen und als er aus dem Fenster schaute, stellte er fest, dass der Himmel sich am Horizont rosarot färbte. Er lächelt, steht auf und läuft herüber ins Bett seiner Eltern.

Dort flüstert er seiner Mama ins Ohr: “Meinen Geschwistern im Himmel gehts gut, du darfst glücklich sein, denn irgendwann sind wir alle wieder zusammen.”

Die Mama lächelt im Halbschlaf, zieht Elijas in ihren Arm und antwortet verschlafen:” Das hoffe ich so sehr.”

 

Zusatz: Diese Geschichte gehört zu unseren Thementagen Fehlgeburt. Den Leitartikel dazu mit dem Erfahrungsbericht findet Ihr hier: Teil1, Teil 2, Teil 3

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