Geburt über mehere Tage

Einleitung, pda, Eltern werden

Ich hatte allem in allem eine wirklich schöne und beschwerdefreie Schwangerschaft. Das Einzige, was mich zum Schluss nervte, war mein rieeeeesengroßer Bauch, aber dass ist wohl das kleinste Übel.

Zum Ende hin haben wir schon sehnsüchtig darauf gewartet, endlich unsere kleine Fee in den Armen zu halten. Übungswehen hatte ich zu genüge – na dann wird’s bestimmt bald losgehen – dachten wir zumindest. Der Geburtstermin war auf den 01.01.2016 datiert – aaaaaaber Madame wollte nicht so ganz, also haben wir noch gewartet und alle möglichen „Mittelchen“ ausprobiert um das Ganze etwas voranzutreiben.

Von Wehentee über Treppen steigen und einen warmen Bad war so ziemlich alles dabei, trotzdem wollte sie Hotel Mama wohl voll auskosten. Die Ärzte hatten beschlossen, dass wir die Geburt am 10. Januar einleiten.

Die Krankenhaustasche hatten wir schon kurz nach Weihnachten gepackt und sind  dann gemeinsam ins Krankenhaus, mein Mann hatte von der Arbeit aus das OK bekommen, mich die ganze Zeit zu begleiten – wo uns beiden natürlich ein großer Stein vom Herzen fiel.

Tag 1: Ich wurde ans CTG angehängt und die üblichen Untersuchungen wurden gemacht. Dann bekam ich meine ersten zwei Tabletten. Alle 4 Stunden musste ich 2 weitere nehmen – trotzdem keine Wehen in Sicht.

Wir vertrieben uns die Zeit mit Quatschen und etwas Treppen steigen. Keine Wehen in Sicht und an Schlaf trotzdem irgendwie nicht zu denken – naja Krankenhaus eben. Mein Mann fuhr nach Hause und schlief daheim.

Tag 2: Nach einer schlaflosen Nacht – ebenfalls ohne Wehen – bekam ich weiterhin alle 4 Stunden 2 Tabletten. Das CTG zeigte keine Wehen an, die üblichen Untersuchungen zeigten auch nichts aufregendes. Die Ärzte meinten nur, dass wenn sie partout nicht kommen will, wir morgen einfach mal ne Pause machen.

Tag 3: Wir waren etwas genervt. Wehen waren da, aber keine, die uns wirklich voran brachten. Ich bekam, anstatt den Tabletten, ein Bändchen gelegt. Die Wehen wurden mehr und wir durften am Abend vom Zimmer in den Kreißsaal umziehen. Die Mamas, die in meinem Zimmer lagen, hatten bis dahin alle schon ihr Baby – manche waren schon da, als ich aufgenommen wurde, manche kamen erst an Tag 2 oder heute.

Also alles etwas frustrierend. Mein Mann schlief auf der Couch im Kreißsaal und ich durfte in die Geburtswanne in der Hoffnung, dass es alles etwas voran bringt. Ich hatte nun regelmäßig Wehen, die schon ziemlich schmerzhaft waren. Trotz allem stagnierten wir bis am Morgen mit dem selben Befund.

Tag 4: Die Ärztin kontrollierte beim Schall das Fruchtwasser und bemerkte, dass es wohl etwas weniger geworden war. Sie sagte (und das warf uns beide ziemlich aus der Bahn): “Na wenn die Kleine bis morgen nicht kommt, machen er einen Kaiserschnitt”. Ich dachte mir nur – Neeeeein! Das lasse ich nicht zu. Wenn es eine medizinische Notwendigkeit gibt, warum sie unbedingt raus muss, dann ist das ok, aber wenn es ihr gut geht, dann lasse ich das nicht zu. Sie sagte der Hebamme Bescheid, dass wenn die Geburt etwa um die Mittagszeit noch immer keine Fortschritte macht, sollen sie mir eine PDA anhängen, dass ich mich und meinen Körper noch etwas ausruhen kann nach 3 schlaflosen Nächten. Ich bekam starke krampfende Wehen, die wieder rein GAR NICHTS brachten und ich konnte einfach nicht mehr. Die Hebamme entschied sich trotz bitten unsererseits, erst um 21:00 dazu den Anästhesist anzurufen um mir eine PDA zu geben.

Wir klärten alles Formelle mit ihm und mein Mann musste raus aus dem Kreißsaal. Die PDA wurde gelegt, und sie hängten mir einen Wehentropf an. Ich fühlte mich etwas erleichtert und nickte kurz ein. 20 Minuten nachdem ich eingeschlafen war, wurde ich von richtig starken Schmerzen munter. Irgendwas stimmte nicht. Ich hatte noch schlimmere Schmerzen als vor der PDA. Mein Mann rief die Hebamme. Die wiederum den Anästhesisten. Der stellte fest, dass wohl der Schlauch verrutscht sei und somit nichts mehr dort ankam wo es sollte, sondern fröhlich aufs Bett tropfte.

Wir konnten den Zugang wegen der starken und regelmäßigen Wehen nicht mehr legen. War mir aber auch egal, denn die 20 Minuten Schlaf hatten mir gereicht, um mich etwas zu stärken.

Ich sagte meinem Mann, er solle sich noch etwas ausruhen und wenn es richtig losgeht wecke ich ihn. Gesagt getan. Als ich merkte, dass es so langsam wirklich und vor allem richtig losgeht, habe ich der Hebamme geklingelt – die weckte dann  meinem Mann , was erst nach ein paar Anläufen geklappt hat. Ich musste trotz Wehen lauthals lachen, die Hebamme auch.

Nach 5 Tagen, eine Zeit die sich wirklich ewig für uns angefühlt hat, kam um 0:36 endlich unsere Tochter auf die Welt. Sie war (ist sie natürlich immer noch) wunderschön, hat sofort geschrien und war wohlauf. In dieser Sekunde war die ganze Odyssee vergessen. Mit mickrigen 2760 g und 48 cm erblickte sie die Welt – also hätte sie wohl noch 1-2 Wochen in meinem Bauch verweilen dürfen.

Seit dem sind wir glückliche Eltern von einer wahnsinnig süßen, schönen, dickköpfigen, klugen und wilden Tochter, die wir über alles lieben und die unser Leben so sehr bereichert, dass wir uns eine Welt ohne sie nicht mehr vorstellen können.

Happy Birthday kleine Fee! Danke dass du unser Leben um so viel schöner machst, wir lieben dich ❤️

Eure Flora