Mein schlimmster Alptraum

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Ich möchte euch heute mal von einem meiner Träume erzählen, den ich wahrscheinlich nie wieder vergessen werde. Dieser Traum ist mittlerweile 4 Jahre her, doch ich erinnere mich an jedes Detail, als hätte ich es letzte Nacht geträumt. Als ich diesen Traum hatte, war ich gerade frisch Mama geworden. Ich war stolz, ich war überglücklich und mein Kind war einfach perfekt. Natürlich war mein Leben auch noch nach diesem Traum perfekt, aber er hat mich geprägt und sich in meine Gedanken eingeschlichen.

In diesem ganz besonderem Traum wohnten wir in einem Wald in einem wunderschönen großen Haus mit der ganzen Familie. Oma, Opa, Onkel, Tanten, Papa und natürlich ich, die Mama. Wir waren glücklich und hatten keinerlei Probleme. Es war alles perfekt (kann ja nur ein Traum sein). Wir spielten alle im Wald und hatten viel Spaß, irgendwann beschlossen wir, rein zu gehen um etwas zu essen. Wir kochten also alle zusammen in der Küche und hatten einen riesigen Spaß zusammen. Mein kleiner Sohn spielte noch im Wald und wir dachten alle, wir müssten uns keine Sorgen machen, denn wir waren ja in der Nähe. Doch ich hatte dann ganz plötzlich ein ganz plötzliches Unwohlsein in mir. Alle meine Alarmglocken läuteten und ich suchte mein Kind. Ich sah es aber nicht, ich sah es nirgends. Also rannte ich hinaus, tief in den Wald hinein. Ich rannte und rannte und nahm meine Umgebung nicht wahr. Und dann sah ich ihn, er rannte ebenfalls. Doch im Gegensatz zu mir rannte er seinem roten Ball hinterher. Direkt an einer Klippe. Ich wollte noch schneller rennen, doch es klappte nicht. Es war, als würde ich mich nicht vom Fleck bewegen,  mein Kind aber schon. Und dann sah ich es, ich sah wie er fiel.

Wie er die Klippe herab fiel und im nächsten Moment nichts mehr von ihm zu sehen war. Ich erinnere mich an den Schmerz, den ich in diesem Moment spürte, ich erinnere mich an die Leere, die ich gefühlt habe. Und ich erinnere mich daran, wie ich total nieder geschmettert zurück in das perfekte kleine Haus kam.

Ich stelle mich in die Küche und fing an, das Gemüse weiter zu schneiden, weil es immer noch so da lag, wie ich es verlassen hatte. Ich sagte kein Wort und niemand sagte zu mir ein Wort. Ich stand also direkt am Fenster, das Gemüse auf dem Brett, das Messer in meiner Hand und schnitt alles klein, während meine Augen ins Leere aus dem Fenster schauten. Und dann sah ich meinen kleinen Engel. Und JA, es war tatsächlich ein Engel, er kam vom Himmel herab geflogen. Legte seine kleine Hand auf das Fenster und schaute mir direkt in die Augen. Und dann lächelte er, ich wusste nicht, warum er lächelt, ich verstand es nicht, denn ich konnte nicht lächeln. Mein Herz zerbrach. Dann sagte er einen Satz, einen Satz, der mich bis heute prägt und ich jedes Mal Tränen in die Augen bekomme, wenn ich daran denke. „Mama weine nicht, mir geht es gut, ich bin glücklich. Hier kann ich mit vielen kleinen Kindern spielen.“

Und dann verblasste er direkt vor meinen Augen, ohne dass ich ihn noch einmal berühren konnte…

Und dann wachte ich auf, mit Tränen in den Augen und meinem Kind direkt neben mir.
Ich glaube, ihr alle könnt euch vorstellen, wie durcheinander ich nach diesem Traum war und auch heute teilweise noch bin.

Hattet ihr auch schon Träume, die ihr niemals vergessen werdet?

Erzählt doch mal, das würde mich echt interessieren!

Eure Aylin