Braucht man einen Rückbildungskurs

Krankenkasse, Rückbildung

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper, denn Gewebe und Knorpelverbindungen des Beckens werden durch die Schwangerschaftshormone weicher. Die Muskelschichten halten das Baby und die Organe und wegen dem straken Druck, der auf dem Beckenboden lastet, verliert dieser an Spannkraft und braucht nach der Entbindung Hilfe, damit er den Bauchinhalt weiterhin sicher stützen kann. Daher wird nach einer Schwangerschaft die Rückbildungsgymnastik empfohlen, da bei Untätigkeit u.a. Inkontinenz resultieren könnte.

Während der Rückbildungsgymnastik wird der Beckenboden wieder gekräftigt und gefestigt. Die Rückbildung hilft auch, Rückenschmerzen zu lindern und die Lust am Sex kehrt zurück. Es ist ratsam, zuerst die Rückbildungsgymnastik zu absolvieren und anschließend mit seinem Sportprogramm zu starten.

Wann beginnt man mit der Gymnastik?

Wenige Tage nach einer komplikationslosen Entbindung können leichte Anspannübungen durchgeführt werden. Man sollte aber darauf achten, sich nicht zu überfordern. Wenn die Übungen unangenehm sind, oder schmerzhaft, lieber noch einige Tage ausruhen. Zuerst genügt es, sich bewusst gerade zu halten, zu sitzen und zu laufen.

Bei einer spontanen Geburt ohne Geburtsverletzungen könnt ihr nach 6-8 Wochen starten. Bei Geburtsverletzungen nach etwa 8-10 Wochen und nach einem Kaiserschnitt 10-12 Wochen.

Bei der Rückbildungsgymnastik macht man viele Übungen, um alle Muskelgruppen zu trainieren: Beckenboden, Bauch, Beckenmuskeln, Rücken, Schultern und Arme.

Zahlt die Krankenkasse den Kurs?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen zehnstündigen Rückbildungskurs bei einer Hebamme, manchmal auch bei einem Physiotherapeuten. Rückbildungskurse werden von Hebammen, Geburtshäusern Kliniken und anderen angeboten. Eure Krankenkasse kann euch eine Zusammenstellung zusenden. Zuzahlungen werden meist innerhalb eines Zeitraumes von neun Monaten nach der Geburt akzeptiert. Informiert euch einfach vorab bei eurer Krankenkasse, das erspart späteren Ärger. Manche Krankenkassen übernehmen auch Kombi-Kurse: klassischer Rückbildungskurs plus Aquakurs oder Yoga.

Rückbildungskurs mit Baby?

Ja, klar. Es gibt bestimmte Kurse mit Baby, aber auch Kurse, die ohne Baby stattfinden. Bei uns waren Babys im Kurs kein Problem, die Mütter haben ihre Übungen unterbrochen und gestillt, oder das Baby beruhigt bzw. die Kinder auf die Matte gesetzt und der Nachwuchs konnte zusehen. In Großstädten gibt es Kurse, bei denen Kinderbetreuung angeboten wird, während die Mamis ihre Übungen machen. Fragt bei eurer Hebamme nach, die informiert euch gerne. Heutzutage werden auch viele online Kurse angeboten, die bequem von zu Hause aus und jederzeit durchgeführt werden können. Ich persönlich fand es schön, aus dem Haus zu kommen und Gleichgesinnte zu treffen. Nach dem Kurs saß man noch kurz zusammen und konnte sich über die Unsicherheiten, die junge Mütter plagen, austauschen.

Rückbildungskurs beim zweiten oder dritten Kind?

Es wird empfohlen nach jeder Schwangerschaft einen Rückbildungskurs zu machen.

Was macht man während des Kurses?

Meist laufen die Kurse ähnlich ab: Nach einer Aufwärmphase mit leichten Stretching-Übungen, werden im Hauptteil Bauch-Beine-Po, Rücken, Beckenboden und Bauchmuskelmuskeln trainiert. Am Ende erfolgt ein Cool-Down mit Entspannungsübungen. Beckenbodenübungen lassen sich leicht in den Alltag integrieren. Beispielsweise kann man die Beckenbodenmuskeln anspannen, während dem Putzen, dem Einkaufen o.ä. Auch die Fahrstuhl-Übung ist simpel und effektiv: in drei Etappen wird der Beckenboden nach oben gezogen und wieder entspannt.

Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten, seinen Beckenboden wieder straff zu kriegen.

Eure Alice