Verhütung nach der Schwangerschaft

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Nach einer Geburt stellen sich viele Frauen die Frage, wie es mit der Verhütung weiter gehen soll.

Die ersten Wochen nach der Geburt ist es eindeutig die Enthaltsamkeit, da man dem Körper sowieso Zeit geben sollte sich wieder etwas zu regenerieren. Aber irgendwann kommt die Lust zurück und die Frage bleibt, was tun, damit Frau (noch) nicht (wieder) schwanger wird.

Verhütung in der Stillzeit

1. Kondom

Ein Kondom mag in langjährigen Partnerschaften oft ziemlich unerotisch wirken, ist aber dafür zu 100% hormonfrei und relativ günstig. Gerade, wenn es absehbar ist, wie lange noch gestillt werden möchte, ist es sicherlich als Übergangslösung nicht zu verachten. Und wenn wir es ganz pragmatisch sehen, hat es einen großen Vorteil: Das Bett bleibt sauber 😀

2. Die sogenannte „Stillpille“

Diese Art der Pille enthält eine geringe Menge des weiblichen Sexualhormons Desogestrel, welches zur Gruppe der Gestagene gehört und ist komplett östrogenfrei.

Desogestrel bewirkt eine Verdickung des Gebärmutterhalsschleims und erschwert den Spermien den Weg in die Gebärmutter zur Eizelle. Die Veränderungen an der Oberfläche der Innenseite der Gebärmutter sorgen dafür, dass sich keine Eizelle einnisten kann. In neun von zehn Fällen wird somit der Eisprung unterdrückt, was somit eine hohe empfängnisverhütende Wirkung bedeutet.

Im Gegensatz zu den Hormonen der „normalen“ Pille geht Desogestrel nicht in die Muttermilch über. Eine regelmäßige Einnahme ist zwingen notwendig!

3. Hormonspirale

Eine (Hormon)Spirale sollte frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt eingesetzt werden, wenn sich die Gebärmutter vollständig zurück gebildet hat.

Die Hormonspirale ist rein gestagenhaltig und kann somit gut in der Stillzeit verwendet werden. Da sie aber über einen Zeitraum von 3-5 Jahren eingesetzt wird, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass sie der längerfristigen Verhütung dient.

4. Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, das in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel, vor allem bei Frauen, die bereits geboren haben. Ein weitere Vorteil ist der lange Verhütungsschutz von 5 Jahren. Der korrekte Sitz der Spirale muss regelmäßig per Ultraschall kontrolliert werden.

Bei einigen Frauen tritt mit der Kupferspirale eine verstärkte Regelblutung ein.

5. Diaphragma

Hier ist zu beachten, dass das Diaphragma frühestens ca. 3 Monate nach der Geburt eingesetzt werden sollte und dies unbedingt von einem Frauenarzt, auch bei Frauen, die schon vor der Schwangerschaft damit verhütet haben. Es muss zwingend ein neues Diaphragma eingesetzt werden, da das alte durch die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft sehr wahrscheinlich nicht mehr passt.

Wie auch beim Kondom gilt hier: Die Sicherheit hängt von der Zuverlässigkeit und der konsequenten Anwendung ab.

6. Dreimonatsspritze

Da die Dreimonatsspritze ebenso wie die Stillpille nur Gestagen enthält, kann sie in der Stillzeit angewendet werden. Allerdings wird sie häufig nicht vertragen und ist daher nur zu empfehlen,wenn schon vor der Geburt damit verhütet wurde.

Die Anwendung sollte frühestens 6 Wochen nach der Geburt erfolgen, da der Wirkstoff die noch nicht ausgereifte Leber des Babys belasten kann. Ob Frau das Risiko auf sich nehmen möchte, sei jeder selbst überlassen.

WICHTIG!

Stillen bietet KEINEN ausreichenden Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft, daher ist es ein „Muss“, auch in der Stillzeit zu verhüten, sofern kein Nachwuchs gewünscht ist. Das Ausbleiben der Periode im Stillzeitraum ist zwar als Laktationsamenorrhoe bekannt, aber nicht zuverlässig, da der Zyklus zu jeder Zeit unbemerkt wieder einsetzen kann. 

Verhütung nach der Stillzeit

Nach dem Stillen oder wenn nicht gestillt wird, sind die zuvor genannten Verhütungsmethoden natürlich ebenfalls anwendbar. Allerdings sind weitere Verhütungsmethoden möglich:

1. Die „normale“ Pille 

Die normale Pille enthält neben Desogestrel auch Östrogen. Wie auch die „Stillpille“ muss auch die normale Pille regelmäßig eingenommen werden, um zuverlässig wirken zu können.

Achtung: Die Einnahme von Antibiotika und Johanniskraut kann die Wirkung der Pille außer Kraft setzen. In diesem Fall ist eine zusätzliche Verhütung, z.B. mit Kondom notwendig! Dies gilt auch bei der Verhütung mit Hormonpflaster oder dem Vaginalring.

2. Hormonpflaster (Verhütungspflaster)

Das Hormonpflaster gibt eine Kombination aus Östrogen und Gestagen über die Haut ab. Wie bei der Pille wird der Eisprung unterdrückt und so die Einnistung einer Eizelle verhindert. Das Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation aufgeklebt und wöchentlich gewechselt. In der vierten Woche wird dann kein Pflaster geklebt und die Menstruation tritt ein. Nach 7 Tagen geht es dann von vorne los. Wichtig ist, dass das Pflaster immer fest klebt, sonst ist eine sichere Verhütung nicht gewährleistet.

3. Kupferkette

Die Kupferkette, auch bekannt unter dem Namen GyneFix und ist eine Weiterentwicklung der Kupferspirale. Sie greift nicht in den Hormonhaushalt ein und der natürliche Zyklus wird beibehalten. Obwohl sie ähnlich wie die Kupferspirale wirkt, ist sie sicherer und hat einen Pearl-Index von 0,1-0,5. Das liegt daran, dass sie durch die Fixierung nicht verrutschen kann und die Kupferionen immer im oberen Fundus bei den Eileitern abgegeben wird. Die Wirkungsdauer liegt wie bei der Spirale bei 5 Jahren. Leider legen noch nicht alle Frauenärzte die Kupferkette, da ein spezielles Training von GyneFix empfohlen wird. Eine Liste der Ärzte, die sie legen, findet man im Internet.

4. Natürliche Verhütungsmethoden

Was vor der Schwangerschaft zum Schwanger werden gut war, kann umgekehrt auch als Verhütungsmethode angewandt werden.

Dazu zählen zum Beispiel die Temperatur- und Schleimmethode. Diese bieten allerdings keinen 100% Schutz vor einer Schwangerschaft und sollten nur dann angewendet werden, wenn weiterer Nachwuchs nicht ausgeschlossen ist.

Disclaimer: Bei allen hier aufgeführten Verhütungsmethoden gilt, lasst euch von eurem Frauenarzt beraten und über die Risiken und Nebenwirkungen aufklären! Es gibt keine 100% sichere Verhütungsmethode und unter Umständen müssen gesundheitliche sowie andere Faktoren berücksichtigt werden. Auch haben die hier aufgeführten Methoden haben keinen Anspruch auf Richtigkeit & Vollständigkeit und dienen nur einer allgemeinen Vorabinformation.

Liebe Grüße

Eure Nadine