Nur die Ruhe bewahren -als Mutter garnicht so einfach

mama blog, Eltern, bedürfnisorientiert

Nur die Ruhe bewahren ist oft leichter gesagt als getan. Vor allem wenn die Tochter sich gefühlt zum zehnten Mal am Tag komplett nass geschüttet, bemalt oder sonst wie zerstört hat, ich gefühlt alles falsch mache, die Wohnung einem Schlachtfeld gleicht und es draußen wie aus Eimern schüttet. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mehr Sinn macht, ruhig zu bleiben, als den Eskalationskurs einzuschlagen. Nicht umsonst heisst es:

In der Ruhe liegt die Kraft

Denn sobald ich anfange gestresst und genervt zu werden, wird provoziert, auf Konfrontation gegangen und der große Knall ist schon vorprogrammiert. Meist hilft es mir, wenn ich das Geschehen nicht so nah an mich heran kommen lasse und schon gar nicht persönlich nehme. Schließlich hat unsere Tochter sich nicht umziehreif gespielt um mich zu ärgern, sondern weil sie einfach so in eine Sache vertieft war. An der Chaoswohnung störe nur ich mich und für das Wetter kann niemand etwas. Also dreimal tief durchatmen, einen Kaffee trinken und weiter machen. Auch wenn unsere Tochter mich anschreit versuche ich ruhig und freundlich zu bleiben, dann entspannt sich die Situation recht schnell wieder. Ein „Du blöde Mama“ kann mich eigentlich nicht beleidigen, denn ich weiß ja, dass ich keine blöde Mama bin und unsere Tochter sich gerade nur nicht weiter zu helfen weiß. Fange ich dann auch noch an lauter oder ungeduldiger zu sprechen, endet es in einem Riesengeschrei und es dauert lange, die Situation wieder zu entspannen.

Dennoch gab es kürzlich eine Situation, die mir deutlich gezeigt hat, wie unbedacht man manchmal reagiert. Unsere Tochter bezeichnete mich als „blöd“ und ich antwortete nur ohne groß nachzudenken, sie könne sich ja eine neue Mama wünschen. Für mich war das Thema damit abgehakt und ich wollte unser angefangenes Spiel fortführen. Unsere Tochter brach allerdings nach kurzer Bedenkzeit in Tränen aus und warf sich in meine Arme. In einer Situation einige Zeit später kündigte sie an, mit der Schere in unseren Teppich zu schneiden (ja, es war mal wieder einer dieser Tage..). Ich äußerte, dass ich keinen kaputten Teppich möchte und sie konterte damit, ich könne mir ja eine andere Tochter wünschen. Da war ich erst mal baff. Denn natürlich wünsche ich mir nie, niemals, unter keinen Umständen eine andere Tochter, was ich ihr natürlich sofort sagte. Gleichzeitig reflektierte ich, wie blödsinnig und realitätsfern meine Aussage von vorher gewesen war. Nur weil unsere Tochter mich in ihrer kurzen Wut mal „blöd“ nannte, wollte sie sicher keine andere Mama. Sinnvoller wäre es gewesen, ich hätte ihre Gefühle benannt, erklärt, dass man auch wenn man sich liebt, nicht automatisch immer einer Meinung ist und sich ruhig mal streiten darf (wenn auch vielleicht besser ohne Beschimpfungen). Dies habe ich dann schnell noch nachgeholt und der restliche Tag verlief sehr friedlich.

Kennt Ihr auch solche Situationen, in denen Ihr besser hättet reagieren können und was hilft Euch an stressigen Tagen?

Alles Liebe

Eure Rebekka