Der verpatzte Geburtstag

Geburtstag absagen, kindergeburtstag fällt ins Wasser

Im Januar wurde meine Tochter 7 Jahre alt. Der Geburtstag wurde etwa seit November geplant, es wurden Tischkarten selbst gebastelt und beschriftet. Ein Partyset wurde zum Motto „Pferdegeburtstag“ ausgesucht und alles wurde genauestens geplant. Sogar die Spiele, der Ablauf der Schatzsuche und die Kuchen, die ich zu backen bzw. nicht zu backen hatte.

Selbst was es zum Abendessen geben sollte, stand gegen Weihnachten fest.

Im Januar wurden dann gleich in der ersten Schulwoche die Einladungen verteilt, es durften aber nur die „alten“ Freundinnen kommen, die meine Tochter aus dem Kindergarten kannte, da sie Angst hatte, dass eine der „neuen“ Freundinnen Unordnung im Kinderzimmer machen könnte.

Am Tag vor dem Geburtstag wuchs die Aufregung ins Unendliche und meine Tochter machte sich gemeinsam mit mir dran, die Muffins aus ihrem Backbuch zu backen, die sie am nächsten Tag für die Schule und ihre Party brauchte.

Ich durfte einen Nusskuchen backen. „Damit du auch was backen darfst, Mama! Ich mag nämlich keine Torte.“

Nach einer erneuten Ermahnung, ja nicht den Geburtstagstisch für die Party zu decken, weil sie das selbst machen wollte, ging meine Tochter relativ spät ins Bett.

Ich bereitete noch alles für das Geburtstagsfrühstück vor. Legte die Geschenke auf den Tisch und freute mich auf den nächsten Tag. Um 4 Uhr war meine Tochter an ihrem Ehrentag das erste Mal wach und um 6 Uhr war dann endgültig die Nacht zu Ende und ich stand mit ihr auf.

„Mama, die Jungs lassen wir noch schlafen, wir beide feiern erst mal alleine“. Irgendwie süß.

Freudestrahlend wurden die Geschenke ausgepackt und ein Stück vom Geburtstagskuchen gegessen. Dann durfte ich endlich auch Papa und den Bruder wecken und dann ging meine Tochter ganz aufgeregt in die Schule.

Gegen 12:00 Uhr kam die Oma angereist und um 13:00 Uhr holte ich meine Tochter von der Schule ab. Sofort fiel mir auf, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie war ganz blass und ruhig und meinte nur: „Mama, ich bin nur müde, mir geht es gut“. Ganz leise schrillte die Alarmsirene in meinem Kopf, aber da sie ja vor lauter Aufregung sehr wenig geschlafen hatte, schob ich es einfach auf ihren Schlafmangel.

Zu Hause angekommen packte sie sehr lustlos das Geschenk von Oma aus und meinte, sie möchte sich kurz ins Bett legen. Ich war schon leicht besorgt, aber da sie immer wieder betonte, dass es ihr gut gehen würde, ignorierte ich die Alarmsirene.

Ungefähr eine halbe Stunde, bevor die offizielle Party begann, kam die Patentante mit der Patenschwester. Als das Geschenk keinerlei Beachtung fand und meine Tochter sehr blass war, fasste ich ihr an die Stirn und siehe da, sie war heiß. Flugs Fieber gemessen und bei 38,6 war klar, dass die Party abgesagt werden musste.

Natürlich weinte meine Tochter bitterlich und ich hätte am liebsten mit geweint. Es war wirklich schlimm, sie so unglücklich zu sehen. Aber es ging ihr minütlich schlechter und eine Party mit einem kranken Geburtstagskind muss ja nun wirklich nicht sein und macht auch keinem Spaß. Ganz davon abgesehen, dass sie dann womöglich noch die ganze Truppe angesteckt hätte.

Dank WhatsApp war allerdings 30 Minuten später ein Ersatztermin für die Party gefunden, an dem alle Gäste Zeit hatten.

Ganz tapfer, trotz Fieber und der Enttäuschung über die verschobene Party bat mich meine Tochter dann darum, Omi, Opa und „Onkel Locke“ zu sagen, dass sie bitte kommen sollen am Abend, damit sie wenigstens ein bißchen Geburtstag feiern könnte.

Sie tat mir in diesem Moment so leid! Diese Enttäuschung für sie hat mir fast das Herz gebrochen und auch der Ersatztermin war zunächst kein Trost für mein Mädchen.

Omi, Opa und der Onkel kamen dann tatsächlich noch vorbei und kurzzeitig ging es ihr dann etwas besser. Wir aßen das geplante Essen für die Gäste eben selbst.

Das Ende vom Lied war allerdings eine ausgewachsene Grippe und eine Woche „kindkrank“ für mich. Ich muss nicht erwähnen, dass es meinen Sohn auch noch erwischt hat und ich gleich zwei kranke Kinder zu Hause hatte! Und weil es so schön war, zwang mich mein jährliches „24-Stunden-Virus“ ebenfalls einen Tag in die Knie. Jackpot sozusagen.

Zum Glück fand die „Ersatzparty“ inzwischen statt und keines der eingeladenen Kinder musste wegen Krankheit absagen, sodass meine Tochter ihren großen Tag doch noch gebührend mit ihren Freundinnen feiern konnte.

Gab es das bei euch auch schon, dass ein Kindergeburtstag wegen Krankheit verschoben werden musste?

Liebe Grüße

Eure Nadine