Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

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Für Kinder ist eine Obstipation genauso unangenehm, wie für uns. Es gibt verschiedene Arten der Obstipation und vielfältige Ursachen.

Die ernährungsbedinge Obstipation

Babys, die gestillt werden, neigen laut Statistik weniger zu Verstopfung als Flaschenkinder, weil Muttermilch bekömmlicher ist. Flaschenkinder leiden öfter unter Verstopfung, wegen falscher Zubereitung der Ersatznahrung, oder weil zu kalkhaltiges Wasser verwendet wird.

Bei älteren Kindern sind oft eine falsche Ernährung und Bewegungsmangel Ursachen für eine Verstopfung.

Psychisch bedingte Verstopfung

Neben der ernährungsbedingen Obstipation, spielen auch psychische Ursachen eine Rolle. Spannungen, Aufregung und Stress können ebenfalls Verstopfung auslösen. Hier sollte man das Gespräch mit dem Kind suchen, um herauszufinden, ob es gerade etwas auf dem Herzen hat.

Wenn Kinder trocken werden, dann kommt es kurzzeitig zu einer Obstipation, weil sie den Stuhlgang zurückhalten bspw., weil es gerade sein Spiel nicht unterbrechen will. Dies legt sich meist in den kommenden Tagen, wenn es ein besseres Gefühl für seinen Körper bekommt.

Mögliche Körperliche Ursachen

Es können aber auch körperliche Ursachen beteiligt sein: Diabetes Mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder Darmverengung verursachen Obstipation. Hält die Obstipation länger als zwei Monate an, sollte ein Arzt konsultiert werden, um körperliche Ursachen auszuschließen.

Ab wann spricht man von einer Verstopfung?

In den ersten Lebenswochen leert sich der Darm mehrmals am Tag, später ist es normal, wenn auch mal ein oder zwei Tage kein Stuhlgang erfolgt. Bei Stillkindern variiert der Stuhlgang von mehrmals am Tag bis zu einem Mal pro Woche. Ist der Stuhl trocken und hart, oder aber schleimig, können dies Zeichen einer Obstipation sein. Blähungen und blutiger Stuhl, sowie ein verhärteter Bauch und Appetitlosigkeit, sind weitere Anzeichen für eine Obstipation. Wenn das Baby seine Beine Richtung Bauch zieht, dabei einen hochroten Kopf bekommt und weint, deutet dies auf eine Verstopfung hin.

Bei weniger als 3x pro Woche Stuhlgang, sollte der Stuhl überprüft werden, ob er hart und trocken ist.

Wann sollte man zum Arzt?

Hier gilt zunächst die goldene Regel – Im Zweifel immer sofort bzw lieber einmal zu viel als einmal zu wenig! Wenn die Verstopfung mehrere Tage anhält oder das Kind unter Schmerzen leidet sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Wenn das Kind aufgrund von schlechten Erfahrungen Angst vor dem Stuhlgang entwickelt hat. Hier kann man versuchen, den Klobesuch in ein positives Erlebnis zu verwandeln, indem man singt und Geschichten beim Stuhlgang erzählt, um so das Kind abzulenken. Wenn dies nicht hilft, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Maßnahmen/Hilfe bei Verstopfung:

Bevor man zur chemischen Keule greift, können einfache Mittel Erleichterung verschaffen.

Oft hilft eine sanfte Massage. Hier kann man Massageöl auf den Bauch kreisförmig im Uhrzeigersinn einmassieren. Auch warme Bäder helfen und entspannen.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenso wichtig, wie eine ausgewogene Ernährung:

Breie können mit Keimöl, Kleie oder Leinsamen angereichert werden. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Müsli, Trauben, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Melonen, Aprikosen und Dörrobst helfen den kleinen Bäuchen. Besonders für Babys eignet sich ein Sud aus über Nacht in Wasser eingelegten Pflaumen. Milchzucker regt ebenfalls die Verdauung an, wirkt jedoch in größerer Menge abführend. Viel Gemüse, besonders Kürbis, lockern den Stuhl auf. Vollkornprodukte und Naturreis sollten mehrmals die Woche auf dem Speiseplan stehen.

Stopfende Lebensmittel sollten dagegen vermieden werden, dazu zählen Bananen, Reis, Kakao, Karotten, Schokolade und Fast-Food.

Viel Bewegung bspw. bei langen Spaziergängen kurbeln die Verdauung an. Eine einfache Übung, die ebenfalls den Darm in Schwung bringt, ist das Fahrradfahren auf dem Rücken liegend. Babys kann man bei der Übung helfen, größere Kinder können diese selbst durchführen.

Eure Alice