Spielen – das Grundbedürfnis der Kinder

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Spielen gehört zu den Grundbedürfnissen eines jeden Kindes. Genau wie Essen, Trinken und Schlafen ist Spielen für die Entwicklung des Kindes unabdingbar.

Im Spiel erfahren die Kinder das erste Mal Gefühle wie Stolz oder Wut. Sie können sich ausprobieren und lernen, was es heißt,  mal zu gewinnen und mal zu verlieren.  Da das Gehirn bei der Geburt eines Kindes noch nicht vollständig ausgereift ist und sich in den ersten Lebensjahren wichtige Nervenbahnen verknüpfen, ist ein vielschichtiges Spiel, was Kinder fördert und fordert sehr wichtig.

Wer spielt, der bewegt sich und so ist es nicht verwunderlich, dass Kinder im Spiel ihre Beweglichkeit trainieren.

Spielen Kinder, so trainieren sie ihren Geist. Kinder spielen oft im Alltag gesehene Dinge nach und lernen so für das Leben. Je öfter etwas gespielt wird,  umso mehr wird es auch verinnerlicht.

Sehen wir also zum Beispiel unsere Tochter Einkaufen spielen, werden wir bald feststellen, dass sie immer öfter das Wort Bitte und Danke verwendet. Es wird selbstverständlich, dass man die Ware zuerst an der Kasse bezahlen muss, bevor man sie auspackt. Gleichzeitig bekommt sie auch noch mit wie die Einkäufe am besten verstaut werden. Liebend gerne wird das Kind nun helfen Einkäufe wegzuräumen, da es in dieser Hinsicht durch das regelmäßige Spiel Sicherheit gewonnen hat.

Doch wie beginnt das alles eigentlich mit dem Spielen?

Babyzeit
Bereits im Säuglingsalter beginnt die Phase des Erkundens. Das heißt, dass Baby versucht herauszufinden,  wer es i,st und was da um es herum ist. Es steckt also die Hände in den Mund oder haut sie auf den Boden, um ein Geräusch damit zu erzeugen.
Später greift es mit den Händchen alles, was es finden kann und begutachtet es genau mit den Augen und dem Mund. In der Zeit spricht man dann auch von der oralen Phase, weil Babys einfach alles was sie finden können in den Mund nehmen.

Ab ca. 2 Jahre
Mit zwei Jahren kommt dann Phantasie ins Spiel. Aus allem kann alles werden.  So verwandelte meine Tochter zum Beispiel einen gefundenen Ast in ein galoppierendes Pferd und ritt auf und davon.

Ab ca. 3 Jahren
Mit ungefähr drei Jahren beginnt die Zeit der Rollenspiele und die Kinder  schlüpfen spielerisch in die Rollen der Erwachsenen. Sie spielen Gesehenes nach und sind uns ein guter Spiegel, der nicht immer nur die guten Dinge zurückspiegelt, dafür aber gnadenlos ehrlich ist.

In dieser Zeit beginnt das Verhaltenstraining der Kinder, in dem sie Verhaltensweisen ausprobieren und die Reaktion ihres Gegenüber studieren. Im Spiel mit mehreren Kindern werden soziale Fähigkeiten gefördert.

Ab ca. 6 Jahren (Schulkinder)
Mit etwa 6 Jahren beschäftigen sich Kinder immer mehr mit Spielen, für die Regeln unabdingbar sind. Sie nehmen diese Regeln nun bewusster wahr und verstehen, wie wichtig die Einhaltungen von Regeln für die Spielsituation ist und können sehr bald auch einen Zusammenhang zum richtigen Leben und dessen Regeln verknüpfen.

Wenn man Spielen also in der Gesamtheit sieht, hat es doch eine große Bedeutung in unserem Leben. Spiel ist nicht nur Futter für unsere Seele, es hat auch ein unglaublich großen Anteil in einem sehr wichtigen Lernprozess. Kinder lernen ihre Welt über das Spielen kennen.

Geben wir unseren Kindern also die Möglichkeit soviel und so phantasievoll zu spielen, wie es nur möglich ist.

Liebe Grüße
Yvonne