Die erste Zeit mit 3 Kindern

Aufmerksame Leser sind ja bestens informiert: Am 04.03.2018 kam unser Sohn auf die Welt. Unser 3. Wunder! Das heißt wir sind nun eine kinderreiche Familie.

Nach monatelangem Erbrechen, Beschäftigungsverbot und täglichen Infusionen, hatte sich unser kleines Menschlein entschlossen, elf Tage früher auf die Welt zu kommen und dafür bin ich ihm auch sehr dankbar. Nun will ich euch von meinen ersten zwei Wochen als Mama von dreien berichten und wie alles irgendwie drunter und drüber geht.

Wie sehr hatte ich mir gewünscht, dass er mich doch ein paar Tage früher erlöst und, dass er bitte tagsüber auf die Welt kommt, damit es für meine Tochter (2 Jahre) nicht so ungemütlich wird. Sie hängt sehr an mir, besonders jetzt nach der Schwangerschaft und den unzähligen Arztbesuchen braucht sie mich doch nochmal etwas mehr. Unser Sohn ist bereits 5 Jahre und versteht einfach schon mehr.

Unser kleiner Bub tat uns den Gefallen und kam wirklich mittags und das sogar an einem Sonntag. Ich musste meinem Mann versprechen, dass ich wenigstens eine Nacht im Krankenhaus bleibe. Ehrlich gesagt war ich dann in der Nacht sowas von genervt, dass ich Montags unbedingt sofort nach Hause wollte. Das konnte ich glücklicherweise auch und meine Kinder wollten unbedingt mit zum Abholen kommen. Das war wirklich goldig. Den kleinen Bub haben sie bereits eine Stunde nach der Geburt im Kreissaal kennengelernt. Sie waren beide vom ersten Moment an in ihren kleinen Bruder schwer verliebt und maximal entzückt!

Ich weiß noch genau, dass ich nach der Geburt meines 2. Kindes innerlich sehr gestresst war. Gestresst allein von dem Gefühl, dass ich mich zerreißen muss und mein großer Sohn das Gefühl bekommen könnte, er wird weniger geliebt. Dieses Gefühl hat mich die ersten vier Wochen begleitet. Ich hatte einfach mit selbst diesen Stress gemacht es allen recht machen zu wollen. Dieses Gefühl gab sich noch während der Zeit des Wochenbettes. Ich merkte, dass beide Kinder genauso geliebt werden wie sie es brauchten. Mittlerweile ist natürlich Eifersucht auch bei uns ein Thema: „Die hat aber mehr als ich!“ oder „Wieso darf er das und ich nicht?“

Jedoch ist das ja etwas im Affekt und aus der Situation heraus entstehendes und kein grundsätzliches Problem. Wobei ich euch ehrlich sagen kann: Diese Situationen gibt es mehrmals am Tag, sie streiten sich, sie lieben sich, sie streiten sich, sie lieben sich…. Das geht so von morgens bis abends. Nun, so frisch nach der Geburt meines 3. Kindes kann ich nur darüber berichten, dass ich tiefen entspannt bin. Ich weiß, dass jedes meiner Kinder weiß, wie sehr es von mir geliebt wird. Ich gebe jeden Tag mein Bestes. Manchmal bin ich super pädagogisch und manchmal bin ich unfair, aber dann kann ich dazu stehen und gebe es zu. Ich kann mich entschuldigen und so werden es auch meine Kinder lernen, dass man sich nach unfairem Verhalten entschuldigen kann, ohne seinen Kopf zu verlieren.

Dieses Gefühl des Zerreißen seins habe ich wirklich überhaupt nicht mehr. Ich weiß einfach, dass ich mein Beste gebe. Wenn ich mit meinem Sohn streite, habe ich danach natürlich Gewissensbisse und analysiere mein Verhalten super kritisch und ärgere mich, dass ich vielleicht nicht so geduldig war, wie ich es gerne gewesen wäre. Aber das habe ich auch vor der Geburt des kleinen Bubes gemacht.

Allerdings hatte ich auch Stressmomente: Haltet euch fest! Ich kam Montag aus dem Krankenhaus und Dienstags waren mein Mann und unser Sohn beim Kinderarzt. Es kam heraus, dass beide hatten SCHARLACH! !!!!!!!!!

Das bedeutete: Ich war zu Hause, Baby 2 Tage alt plus die anderen zwei Kinder, sowie die Angst der Ansteckung. Und glaubt mir: Mein Sohn war nicht gut gelaunt und er lag auch nicht nur im Bett.

Dann ging unsere Spülmaschine Montag kaputt, sodass ich alles mit Hand spülen musste. Und die neue Spülmaschine war teilintegriert, aber die Front der alten Maschine bekamen wir nicht mehr ab. Nachdem ich heulend verneint habe, sie zurückzuschicken und eine neue zu bestellen, haben sie mein Vater und mein Mann dennoch eingebaut. Ist mir jetzt auch wurst. Irgendwann kauf ich eine Edelstahlfront dazu. Vielleicht hätte ich es in zwei Monaten lockerer verkraftet, aber als diese dämliche Maschine dann noch kaputt ging und ich alles per Hand spülen musste, das hat mich wirklich extrem gestresst. Im Übrigen: Klar, hätte mein Mann auch gespült. Aber das Problem war trotzdem noch da und außerdem spüle ich am Besten. Ich putze nämlich auch am Besten.

Nun sitze ich hier, trinke kalten Kaffee, mein Mann und meine Mutter haben die Großen zum Schwimmen ausgeführt, mein verschnupftes Babylein schnauft vor sich her und ich trinke meinen kalten Kaffee und frage mich, wie ich es geschafft habe, monatelang darauf zu verzichten. Ich fühle wirklich mit jedem mit, der erbricht. Das ist einfach schlimm! Ob einmal oder monatelang. Es ist schlimm. Unser Bub hat die ersten zwei Wochen etwas zu Schaffen gehabt: Gelbsucht, Schlappheit und alles interpretiert man in die Infusionen hinein. Vermutlich ist er aber auch ein sehr ruhiges Baby momentan und ich denke nicht, dass es noch etwas mit den Infusionen zu tun hat. Er ist ein fittes, gesundes Baby.

Ach und zu guter Letzt: Ich hatte etwas Bedenken, weil meine 2 jährige noch zum Einschlafen gestillt wurde. Sie wird noch immer gestillt und ich merke wirklich die Vorzüge: Kein Milchstau, sie trinkt mir notfalls alles gerne ab und sie wartet geduldig, wenn der Kleine trinkt, obwohl sie zum Einschlafen nuckeln wollte. Es gibt sich wirklich Alles, auch wenn man sich davor Gedanken macht und etwas Angst hat. Ich bin super zufrieden so wie es ist.

Eure Jasmin