Bedürfnisorientierte Spielgruppe geht das?

bedürfnisorientierte spielgruppe

Als ich mich dafür interessierte, die erste Muttergans Spielgruppe zu übernehmen, habe ich mir zuerst Sorgen gemacht, ob ich das überhaupt kann, ob die Kinder und Eltern sich nicht langweilen oder dass ich keine Anmeldungen erhalte. Aber kurz nachdem ich die ersten Mamas angesprochen habe, kamen die ersten Interessensbekundungen.

Am Anfang war ich noch sehr nervös, weil ich noch nie eine Gruppe angeleitet habe, aber das war schnell überwunden. Die Eltern und Kinder und sogar Großeltern, die mittlerweile fest zu meiner Spielgruppe gehören, sind so lieb und herzlich, dass wir ganz toll Hand in Hand “arbeiten”  können. Das tolle ist, dass die Kinder so eine schöne Basis haben, um Vertrauen zu den anderen Erwachsenen und Kindern zu fassen, wenn sie sehen, dass die Erwachsenen sich untereinander vertrauen und eine entspannte Atmosphäre herrscht.

Das ist auch hilfreich, wenn einer der Zwerge einen kleinen Wutanfall bekommt oder es zu Zusammenstößen und kleinen Konflikten kommt.  So können die Kinder auch mal von einem anderen Erwachsenen begleitet werden, wenn die Mama oder der Papa mal zur Toilette oder was trinken gehen möchte.

Bedürfnisorientiert fängt bei den Eltern an, finde ich. Wenn ich mich unwohl fühle, falle ich zwischendurch in alte Verhaltensmuster zurück, weil ich nicht auffallen möchte, indem mein Kind etwas macht, was “man” nicht macht.

So versuche ich auch den Eltern zu vermitteln, dass ich nicht der “Tonangeber bzw Chef” sein möchte, sondern wir alle gleichwertig sind und jeder wichtig für die Spielgruppe ist. Manchmal gebe ich Impulse und bringe Ideen mit ein, zB. das basteln mit Salzteig oder ein neues Kreislied, aber meist entscheiden wir alle zusammen, auch nach Laune der Kinder, was wir machen.

Ich habe mich vor Beginn der Spielgruppe damit auseinandergesetzt, was in “normalen” Spielgruppen so gemacht wird und wie der allgemeine Ablauf dort ist. Natürlich kann man da absolut nichts verallgemeinern und einen einheitlichen Ablauf gibt es auch nicht.

Jedoch habe ich schnell gemerkt , dass die Gruppen oft eine Art Zeitplan haben, wonach sich dann gerichtet wird, um eine gewisse Struktur zu wahren und Chaos vorzubeugen. Damit meine ich nicht Rituale, so wie auch wir unseren Begrüßungstanz haben, sondern einen geplanten Ablauf, der eingehalten wird und in dem wenig Platz für individuelle Bedürfnisse ist.  Ich habe schon nach einem der ersten Treffen unserer Gruppe gemerkt, dass die Kinder viel entspannter sind, wenn sie wissen, dass sie nichts müssen aber alles können.

So planen wir zum Beispiel eine Aktivität, und dann machen die Kinder mit, die Lust haben, und die anderen spielen oder machen etwas anderes. Damit sind alle zufrieden und kein Kind muss zu etwas überredet werden, wozu es keine Lust hat.

Ich bin total gespannt, wie sich die Gruppe weiter entwickelt und es ist toll,  immer neue Eltern und Kinder kennen zu lernen. Vielleicht knüpft sich ja auch die ein oder andere Freundschaft, die auch außerhalb der Gruppe bestehen bleibt.

Wie habt ihr Spielgruppen so erlebt und was würdet ihr euch wünschen oder was würdet ihr verbessern? Ich bin gespannt auf eure Antworten,

Eure,

Jana-Eliza