Bedürfnisorientiert Leben

Bedürfnisorientiert leben, Bedürfnisorientiert, Attachment Parenting

”Ihr erzieht Bedürfnisorientiert? Was ist das denn?”

Das wurde ich heute von einer neuen Bekannten gefragt. Puh, wie erkläre ich das?

Immer öfter werde ich das, in letzter Zeit, gefragt und immer wieder ist es so ein Moment, in dem ich gar nicht recht weiß, was ich antworten soll. Denn verallgemeinern kann ich das nicht…. Ich kann zu für uns und unsere Familie sprechen. Ich kann darüber reden, was wir machen und wie wir Leben. Welche Werte und wichtig im Umgang miteinander sind- egal ob klein oder groß.

Da stand ich nun also mal wieder einmal und suchte nach Worten, die unser Leben und Zusammenleben beschreiben. Zuerst dachte ich, dass ich sage: „Nichts besonderes, nur so, wie alle miteinander umgehen.“ Doch dann fiel mir auf, dass ein rücksichtsvoller Umgang gar nicht mehr die Norm unserer Gesellschaft ist. Immer öfter begegne ich unfreundlichen Menschen, Menschen, die anscheinend keine Wertschätzung mehr kennen und frage mich, wo denn diese Haltung herkommt.

Also versuchte ich  ihr unser bedürfnisorientiertes Miteinander zu „erklären“.

•Da ist die Nähe und das Empathisch sein, Ernst nehmen und Zuhören.

Da ist aktiv begleiten und nichts abtun, bei all den vielen Emotionen, die uns täglich begegnen und mit welchen unsere kleinen Wesen sehr oft überfordert sind.

Da ist das Erklären der alltäglichen Dinge. Ja, manchmal sogar immer und immer und immer wieder erklären. Bis sie es nunmal irgendwann verinnerlichen.

Das nicht „Bewerten“ und das Aushalten vieler Situationen. Das Durchstehen und das Begleiten. Und trotzdem das Wertschätzen.

Da ist das Dasein, physisch und auch psychisch.

Das Interesse am Kind und auch seinen Rechten, die Verantwortung, die man als Eltern trägt. Es tagtäglich zu bestärken, wie wertvoll auch seine Meinung und seine Bedürfnisse sind. Und auch, ihm zu zeigen ,wie wichtig es ist, für diese einzustehen.

Es ist das Fördern und nicht Fordern. Das Unterstützen und auch das „mal machen lassen“, wenn es möglich ist.

Da ist das Bestärken der Kinder in ihrem Willen und ihrem Tun. Auch wenn das heißt, dass wir da selbst manchmal in Konflikte geraten, wenn sie nicht mit unserem Willen konform gehen.

Da ist das Zeit-geben. Fürs Kind sein, entwickeln, lernen und groß werden.

Das wahren der Grenzen und der Emotionen ohne zu verletzen oder verletzt zu werden. Was manchmal nicht leicht ist, gerade, wenn Emotionen so stark sind, dass kleine Menschen fast überschäumen vor Wut, Zorn, Enttäuschung oder Frustration.

Da ist das Mitarbeiten lassen. Das Zeigen und Lehren von alltäglichen Dingen, in den unterschiedlichsten Situationen. Das Vorleben und Vorbild sein.

Da ist das An-sich-selbst-arbeiten. Was wohl für uns Eltern, einer der schwierigsten Punkte ist. Das Reflektieren und das Vergeben, wenn man eben mal selbst nicht genau weiß, wie der Weg nun verläuft.

Da sind wir als Familie. Alle vier Individuen, deren Wünsche und Bedürfnisse unter einem Dach Leben und die alle gehört oder gesehen werden möchten.

Da ist das Zurückstecken und Abgeben. Nicht nur wir Eltern. Auch die kleinen Seelen müssen das lernen. Nach und nach, immer ein Stückchen mehr lernen Rücksicht auf sein Gegenüber nehmen. Auch wenn es nur bedeutet, mal 5 Minuten warten zu müssen.

Da ist das Sehen des Kindes. Seine Stärken und seine Schwächen. Und das schätzen derer.

Da ist das Wachsen lassen. Der schmale Grad zwischen Unterstützen und nicht erdrücken.

Da ist die Liebe! Diese unendliche Liebe, die man seinen Kindern gibt und die noch grenzenlosere Liebe, die man erntet und das damit umgehen.

Das Zutrauen und Vertrauen in das Kind und einen selbst.

Und somit kommen wir zu einem Punkt, der mir besonders schwer fällt: Das Loslassen! Ich glaube, aber, das fällt jedem Elternteil sehr schwer und erfreut sie zugleich, wenn man sieht, wie toll unsere Kinder neue Situationen meistern.

Da ist das Dankbar sein, dass man sich hat und sich liebt. Dankbar sein, dass man als Familie besteht und jede Situation gemeinsam meistert.

Da ist das Sicherheit geben, das Auffangen, das Trösten, das in den Schlaf begleiten, das Kompromisse finden, das neue Wege suchen und das niemals aufgeben!  Und sicher noch vieles, vieles mehr!•

Und merkt ihr was?

Es ist ganz schön viel was wir Eltern da täglich, gemeinsam mit unseren Kindern, schaffen❤️

Bedürfnisorientiert- das klingt immer so fremd für viele Eltern. So groß und so „neumodisch“.

Aber ist es das wirklich?

Ich glaube nicht.

Auch ich wurde so erzogen in vielen Punkten. In manchen mehr und in manchen weniger. Heute kann ich sagen, dass meine Mama vieles ähnlich gemacht hat, wie wir heute unsere Mädchen aufwachsen lassen.

Bedürfnisorientiert- das ist ja kein genormter Begriff. Das ist so vieles und vieles wieder nicht. Jede Familie findet da ihren eigenen Weg- und das ist auch gut so. Wie langweilig wäre denn die Welt, wenn alles genormt wäre? Wie langweilig wäre es denn, wenn jeder dasselbe tun oder gleich denken würde.

Nur weil ich Stille, müssen das nicht alle Frauen tun. Und nur, weil eine Familie kein Familienbett praktiziert, heißt es nicht automatisch, dass sie keinen bedürfnisorientierten Umgang miteinander leben.

Jede Familie ist anders und so lässt sich ja Bedürfnisorientiert gar nicht pauschal erklären. Ich konnte meiner Bekannten also nur UNSEREN Weg erklären. Wie wir miteinander leben.

Wie es für uns eben normal ist. So, wir wir uns miteinander wohlfühlen.

Wie würdet ihr denn euer „Bedürfnisorientiertes Leben“ erklären?

Liebste Grüße,

eure Tascha

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